Me as Mussels (After Marcel Broodthaers)

Digital print
each print 220 * 150 cm
2019

The artist Zoyeon fills, with “Me as mussels (After Marcel Broodthaers)”, the white exhibition wall with four oversized portraits.

The faces in the portraits are turned away, only the back of the head are visible. But the gestures could be guessed. The young woman refuses to watched and also to be a desired object. We can suspect, outline of her face reveals that in two pictures her mouth is wide open. In the opposite it is closed. In each portrait, a shell floats in front of the auricle of the woman. The shells are closed or opened, each parallel to the woman’s mouth. In connection with the work title is the intended association with Broodthaers shells and “La Tour Visuelle”. But one sees no eyes here, the work plays with forbidden looks and an accompanying communication.

Unlike the depicted woman, the shells seem to communicate. Like open and closed mouths, the staging acts like a snapshot of a conversation. Due to their oversize, as well as the wide opening, it seems as if the shells out of the picture yell at the observers. However, due to the space-consuming size of the prints, there is no possibility of escaping this construct, of abandonment and devotion, of playing with the denied communication and the invitation to it. Thus, the observers face the oversized portraits and are invited to a communication in which they can not participate.

(Original text in German : Julia Troyke)

Die Künstlerin Zoyeon füllt, mit “Me as mussels (After Marcel Broodthaers)”, die weiße Ausstellungswand mit vier übergroßen Porträts.  

Die Gesichter in den Porträts sind jedoch weggedreht, nur die Hinterköpfe sind zu sehen. Die Mienen können höchstens erahnt werden. Die junge Frau verwehrt sich dem Blick und verweigert es, zu einem begehrten Objekt degradiert zu werden. Die noch zu erahnenden Umrisse ihres feinen Gesichtes lassen erkennen, dass in zwei Bildern ihr Mund weit geöffnet ist. In dem gegenüberliegenden ist er geschlossen. In jedem Porträt schwebt eine Muschel vor der Ohrmuschel der Frau. Die Muscheln sind, je parallel zum Mund der Frau, geschlossen oder geöffnet. Im Zusammenhang mit dem Werktitel ist die gewollte Assoziation zu Broodthaers Muscheln sowie „La Tour Visuelle“. Doch sieht man hier keine Augen, das Werk spielt mit verwehrten Blicken und einer einhergehenden Kommunikation.

Im Gegensatz zur abgebildeten Frau, scheinen die Muscheln zu kommunizieren. Wie offene und geschlossene Münder, wirkt die Inszenierung wie ein Schnappschuss eines Gesprächs. Durch ihre Überdimensionalität, sowie die weite Öffnung wirkt es so, als würden die Muscheln aus dem Bild heraus die Betrachtenden anschreien. Doch bleibt, durch die raumeinnehmende Größe der Prints, keine Möglichkeit diesem Konstrukt, aus Ab– und Zuwendung, dem Spiel mit der verwehrten Kommunikation und der Aufforderung zu eben jener, zu entfliehen. So stehen die Betrachtenden den übergroßen Porträts gegenüber und werden zu einer Kommunikation aufgefordert, an welcher diese unmöglich teilnehmen können.

(Julia Troyke)

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