What has been will be again, What has been done will be done again
지금 생긴 일은 언젠가 있었던 일이다

Installation view : photo by Stefan Stark / Kunstverein Braunschweig
Translate : Erika Kurebayashi Morsbach

Digital print on textile, video
120 x 1800 cm
silent, 00:43:35
2021

In her artistic work, Zoyeon instils a sense of wonder and helplessness of life as a foreigner, with a reference to the Hamel’s Journal, by inviting the spectator on a virtual journey to an imaginary destination, created with collage of randomly searched images and AI-generated portraits. 

Originally titled Journael van de ongeluckige voyagie van ‚t jacht de Sperwer (en. The Journal of the Unfortunate Voyage of the Jaght the Sperwer), the book details the experience of Hendrick Hamel, a Dutch bookkeeper who was stranded in Korea in 1653 and lived there as a detainee for 13 years before his release. During his detainment in Korea, he was given a relative freedom to live a normal life among the locals, which allowed him to make a detailed account of how he experienced the Korean society in the 17th century as a white man—in both wonder and helplessness.

Zoyeon draws a parallel between her experience as a Korean woman living in Europe in the 21st century and that of Hamel’s, where one needs to verse in a new language and culture in order to survive, as opposed to where one was understood merely by existing. She especially mulls on the ambivalence of the experience, where one is received with both hospitality and oppression. Thus, ambivalence becomes one of the key motives of the work, depicted through reiterated juxtapositions of real and imagined customs that are seemingly paradoxical: a racist society whose common sense is that racism is wrong; a deeply carnivorous society that is densely populated with vegans; a society that loves and hates blonde women. 

Another key motif in her work is the sense of being othered—of not belonging, and not grasping the logic of discrimination. The artist translates the feeling of being adrift—as a woman in Korea, and as a foreigner, Asian, and a woman in Germany—into a visual narrative, whilst questioning whether she is an expat or a detainee herself. In the process of instilling a sense of being othered in spectators, she satirically employs the Eurocentric colonial language that Hamel used in his account of Korea—the language that still ominously oppresses in the 21st century.  

Zoyeon’s work takes a form of a combination of panoramic photograph and fictitious journal entries, where one can follow the narrative of a journey into the imaginary unknown. Multiple photographs dissolve into one another, while the boundaries of collaged objects are blurred. The texts are montaged onto the panoramic picture, accounting imaginary persons, messages, and events encountered on the journey.

(Agathe Blume)

In ihrer Arbeit gelingt es Zoyeon ein Gefühl zu erzeugen, das – für sie als Ausländerin – zwischen Erstaunen und Hilflosigkeit oszilliert. Sie schlägt eine Brücke zum Bericht des Hendrik Hamel, nimmt die Betrachter_innen mit auf eine virtuelle Reise zu einer imaginären Destination, kompiliert aus zufällig gefundenen Bildern und KI-generierten Porträts. 

Ursprünglich publiziert als Journael van de ongeluckige voyagie van ‚t jacht de Sperwer (dt. Übersetzung Hendr. Hamels Tagregister von dem / nach dem Königreich Corea verschlagenen Holländischen Schiff / der Sperber genannt) beschreibt das Buch die Erlebnisse von Hendrik Hamel, einem holländischen Buchhalter, der 1653 in Korea strandete und dort 13 Jahre als Gefangener lebte, bevor er schließlich freikam. Während seines Zwangsaufenthalts konnte er sich relativ frei bewegen und unter den Einheimischen ein normales Leben führen, was ihm ermöglichte, detailliert davon zu berichten, wie er die koreanische Gesellschaft im 17. Jahrhundert als weißer Mann erlebte – zwischen Staunen und Hilflosigkeit.

Zoyeon zieht eine Parallele zwischen ihrer Erfahrung als koreanische Frau, die im 21. Jahrhundert in Europa lebt, und der von Hamel: In beiden Fällen ist es nötig, sich in einer neuen Sprache und Kultur zurechtzufinden, um zu überleben – im Unterschied zu einem Ort, wo man allein auf Basis der eigenen Existenz verstanden wird. Insbesondere beschäftigt sie die Ambivalenz von Erfahrungen, die gleichzeitig von Gastfreundschaft und Unterdrückung zeugen. Diese Uneindeutigkeit wird zu einem zentralen Motiv ihrer Arbeit, dargestellt anhand von Gegenüberstellungen realer und imaginärer Haltungen, die auf den ersten Blick paradox erscheinen: eine rassistische Gesellschaft, in der Übereinstimmung herrscht, dass Rassismus falsch ist; eine Gesellschaft, in der der Verzehr von Fleisch tief verwurzelt ist und in der sich doch sehr viele Menschen vegan ernähren; eine Gesellschaft, die blonde Frauen hasst und liebt.

Ein weiteres Schlüsselmotiv ihrer Arbeit ist das Gefühl, als anders abgestempelt zu werden – nicht dazuzugehören, die Logik der Diskriminierung nicht zu begreifen. Die Künstlerin übersetzt dieses Gefühl der Haltlosigkeit – als Frau in Korea und als Ausländerin, Asiatin, und als Frau in Deutschland – in ein bildliches Narrativ, um gleichzeitig die Frage zu stellen, ob sie nun eine Frau ist, die fern der Heimat lebt, oder doch eine Gefangene. Um dieses Gefühl, als andersartig behandelt zu werden, bei den Betrachter_innen hervorzurufen, bedient sie sich auf satirische Art und Weise derselben eurozentrischen Kolonialsprache, die auch Hamel in seinem Bericht aus Korea verwendet– eine Sprache, die im 21. Jahrhundert immer noch auf unheimliche Weise Mechanismen der Unterdrückung transportiert.

Zoyeons Arbeit erscheint in Gestalt einer Kombination von Panoramafotografie und fiktiven Tagebucheinträgen, mit deren Hilfe sich die Erzählung von einer Reise ins imaginäre Unbekannte verfolgen lässt. Verschiedenste Fotografien gehen ineinander über, die Grenzen der collagierten Objekte sind fließend. Die Texte sind auf ein panoramaartiges Bild montiert, legen Zeugnis ab von imaginären Personen, Botschaften und Ereignissen, mit denen sie auf der Reise konfrontiert wird.

(Original Text : Agathe Blume / auf DE Übersetzt)